In drei wichtigen Bauphasen wurden der Garten oder besser die Gärten von Versailles in der Zeit von 1662 bis 1667, 1668 bis 1677 und 1678 bis 1689 angelegt. Die Gärten, die aufgrund ihrer Größe eher Parks sind, gehen auf den Petit Parc (erschaffen von Jacques Boyceau de la Barauderie) zurück und wurden von André Le Nôtre zu den bedeutendsten Europas erweitert. Mehr als 1.400 verschiedene Fontänen waren zu den Glanzzeiten des Schlosses im Einsatz. Der Park spendete während dieser Zeit mit mehr als 75.000 gestutzte Bäume und Bäumchen und natürlich dem Verweilenden ausreichend Schaden.
Auf der Ostseite des Schweizer Sees befindet sich der ab 1678 angelegte Potager du Roi, der Gemüsegarten des Königs. Dieser Nutzgarten, der wenig Beachtung bei den meisten Besuchern findet, wurde von Jean-Baptiste de la Quintinie angelegt. Obwohl in vorderster Absicht der Nutzen der Fläche stand, ist der Garten künstlerisch gestaltet und erinnert an die französischen Gärten der Renaissance. Für den Hof wurden hier Früchte wie Erdbeeren, Feigen, Trauben und viele weitere Obst- und Gemüsesorten angebaut. Noch heute wird der Gemüsegarten bewirtschaftet. Nicht zuletzt sollen historischer Pflanzen erhalten werden, die schon zur Zeit der Bourbonen kultiviert wurden. Der Garten bringt jährlich eine Ernte von bis zu 80 Tonnen Obst und Gemüse hervor.
Im Petit Parc befand sich das nur für Angehörige des Hofstaates bestimmte berühmte, nicht mehr vorhandene Labyrinthe de Versailles. Es war ein trapezförmiges Boskett mit einer Fläche von etwas mehr als einem Hektar. Dem Zweck entsprechend war es außerordentlich reich verziert. Die ersten Planungen für die Gartenfläche begannen 1661, mit den Arbeiten wurde 1664 begonnen. 39 Springbrunnen wurden in den Jahren zwischen 1672 und 1681 aufgestellt. Diese waren mit farbig bemalten, von namhaften Künstlern angefertigten Bleiguss-Figuren versehen und stellten Themen aus den Fabeln des Äsop von Jean de La Fontaine dar. Jede Gruppe war mit einem Sinnspruch, verfasst von Isaac de Benserade, aus dem Themenkreis dieser Fabeln versehen.
Es war kein üblicher Irrgarten, sondern der Besucher sollte vielmehr lustwandelnd einen Weg finden, um alle Brunnen genau einmal zu erreichen. Die Pflege des Labyrinths war sehr teuer und leider litt der Zustand der Fläche sehr. Schließlich wurde es anlässlich der Neupflanzungsarbeiten 1774 vollständig entfernt und durch die heute Bosquet de la Reine genannte Anlage ersetzt.
